„Schule neu kochen“ – Workshop für Lehrer:innen an der Paretz Akademie

Projekt-Unterricht und Beziehungskultur – Von der Belehrung in die Erfahrung

Zeitgemäßer und zukunftsorientierter Unterricht ist gekennzeichnet von Eigeninitiative und Verantwortung, eröffnet vielfältige Zugänge zum Lernen und überwindet hergebrachtes Fächerdenken. Er ist schüler:innenzentriert, durch Kooperation geprägt und grundsätzlich inklusiv.

Diese Merkmale werden in der Schule regelmäßig durch die Diskrepanz zwischen einer künstlichen Lernwelt und der alltäglichen Lebenswelt übergangen: Fachunterricht vereinzelt Lerninhalte und nimmt sie aus dem Kontext. Eigeninitiative und Kooperation werden durch lehrer:innenzentrierten Unterricht behindert. In Senecas Satz „Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir“ kommt dieses Missverhältnis seit zweitausend Jahren treffend zum Ausdruck.

Pädagogen wie Pestalozzi, Dewey, Hahn oder von Hentig stellten in ihren Ansätzen dar, wie Lernen und Handeln aufeinander bezogen werden können. Aus diesen Konzepten entstand der Begriff des projektorientierten Unterrichts.

Projektarbeit wird in außerschulischen Bereichen längst selbstverständlich praktiziert.

In die Schule hat dieser didaktische Ansatz dagegen bisher wenig Eingang gefunden, obwohl er in den Rahmenlehrplänen ausdrücklich gefordert wird. Oft werden Thementage am Ende des Schuljahres als Projekttage deklariert. Damit wird das Potenzial des Projektunterrichts bei weitem nicht erfasst.

Durch Projektunterricht entsteht etwas Neues. Auf dem Weg zu einem „Produkt“ wird gemeinsam geplant und improvisiert, probiert und verworfen, reflektiert und verbessert. In diesem Prozess entwickeln sich Beziehungen und Beteiligungsformen.

Projektunterricht heißt lernen

  • an realen Aufgaben oder Problemstellungen,
  • durch konkrete Handlungsabläufe,
  • getragen von Interesse und Motivation.
  • Projektorientiertes Lernen stärkt die pädagogischen Beziehungen und das soziale Miteinander.
  • Hauptmerkmale sind
  • die Verzahnung von Theorie und Praxis,
  • fächerübergreifendes Denken und Handeln sowie
  • selbständige, selbstorganisierte 
  • und kooperative Arbeits- und Lernformen.

Jedes Unterrichtsprojekt hat ein Ziel und schließt mit einem vorher nicht bekannten Ergebnis ab.

Schüler:innen und Lehrer:innen kommen in neue, gleichwertige Beziehungen. Heterogene, inklusive Lerngruppen, in die alle ihre Stärken, ihr Wissen und ihre Erfahrungen einbringen, sind eine notwendige Voraussetzung für gelingende Projektarbeit.

Unser Workshop-Angebot: Schule neu kochen

Kochen – als Handwerk oder als die älteste Kunst der Menschheit verstanden – diese schöpferische Tätigkeit bedeutet immer Veränderung. In jedem Kochprozess verbinden wir unterschiedliche Lebensmittel mit Können und Kreativität zu etwas Neuem. Es entsteht ein Produkt, das nicht nur dem Lebenserhalt, sondern darüber hinaus der Geschmacksbildung, dem Genuss und der (Ess)Kultur dient. Alle daran Beteiligten bringen ihr Wissen, ihre Erfahrungen und Vorlieben ein.

In diesem Verständnis wird das gemeinsame Kochen zu einem Prototyp für Projektunterricht.

Kursleitung: Thorsten Behnk  | Ulrike Kegler | Frank Kegler

16. bis 18. März 2023, Paretz Akademie, An der Schleuse 1, 14669 Ketzin/Havel
Donnerstag 13 bis 19 Uhr · Freitag 9  bis 18 Uhr · Samstag 9 bis 14 Uhr
Die Kosten pro Werkstatt: 420,00 €

Der Werkstatt-Preis beinhaltet die Seminarverpflegung einschließlich zwei Abendessen am Donnerstag und Freitag bzw. die Einkäufe für die Werkstatt II.

Anmeldungen für die Werkstatt-Reihe nimmt Stefanie Reichenbach unter 0176-60491619 oder
stefanie.reichenbach@helga-breuninger-stiftung.de entgegen.

Wenn Sie in Paretz und Umgebung übernachten möchten, helfen wir Ihnen gern mit Adressen und Empfehlungen weiter.